Italienisch ist Deine Traumsprache?

Jedes Mal, wenn Du ein italienisches Lied hörst, schlägt Dein Herz höher und Du beamst Dich gedanklich nach Italien. Wenn der elegante Ober in Deinem italienischen Lieblingsrestaurant Dir mit einem nonchalanten Schlenzer ‚le tagliatelle al tartufo‘ reicht, stehst Du knapp davor, ihn an den Tisch einzuladen, auf dass er weiter mit Dir spricht. Im Urlaub lauschst Du dem melodischen Sing-Sang der Italiener, genießt das lebhafte Stimmenwirrwarr und bist einfach glücklich.

Nicht ganz allerdings, DENN: Du möchtest so gerne etwas sagen. Mehr sagen, als ‚un gelato, per favore‘. Spontan reagieren und nicht erst 10 Sätze später. DOCH: Dir fehlen die Worte!

Damit Du Deinen Traum verwirklichen kannst, nie mehr sprachlos in Italien zu sein, gebe ich Dir hier in meinem Blogartikel meine besten Tipps.
Ich bin keine Muttersprachlerin und so kann ich sehr gut nachvollziehen, mit welchen möglichen Schwierigkeiten Du konfrontiert bist. Ich habe selbst diverse Phasen des Lernens durchgemacht. Aus diesen Erfahrungen heraus und damit es meine Studenti leichter haben, sind meine Tipps entstanden. Letztendlich habe ich meine eigene Lehrmethode, die ItalViva Methode, kreiert.

Ausgangslage: Deine Motivation ist hoch, Deine Ziele sind klar.

Wie kannst Du nun vorgehen, um Italienisch so leicht zu lernen, dass Du Deine Vorsätze nicht entnervt ‚über Bord wirfst‘?

 

Tipp 1: Mache tägliches Lernen zur Gewohnheit und integriere es in Deinen Alltag 

Ich weiß, das hast Du bestimmt schon hundertmal gehört und mindestens 5x probiert. Bitte probiere es jetzt noch einmal. Es genügen pro Tag 10-15 Minuten. Mehr ist es nicht. Trage Dir DEINE Italienisch-Zeit in Deinen Kalender ein und lass Dich von nichts irritieren. Es ist die Verwirklichung Deines Traums! Meine beste Lernzeit (ich lerne gerade Norwegisch) ist am Morgen, weil da mein Kopf frei ist. Aber das weißt Du für Dich sicher am besten.

Denke auch darüber nach, wann Du Leerzeiten (= Lehrzeiten!) hast: 
Fährst Du täglich mit einem öffentlichen Verkehrsmittel zur Arbeit? Lerne auf der Fahrt dorthin!
Bist Du regelmäßig mit dem Auto unterwegs? Dann nutze diese Zeit, um Dir ein Audiobuch anzuhören oder eine Lern-CD.
Darfst Du Deine Kinder vom Fußball, Musikunterricht oder sonstigen Unternehmungen abholen und musst die Wartezeit überbrücken? Nimm einfach Dein Italienisch-Vokabelheft, Deinen Italienischkalender, das Italienisch-Kochbuch oder Dein Smartphone … und gönne DIR diese Auszeit!  

Tipp 2: Wie solltest Du in diesen 15 Minuten lernen? 

Das ist mit Sicherheit eine der wichtigsten Fragen. Denn: hast Du Dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, welcher Lerntyp Du bist? Vielleicht bist Du bislang nicht vorangekommen, einfach weil Du ‚falsch‘ gelernt hast? Das heißt: nicht Deinem Lerntyp entsprechend?

Es gibt vier Lerntypen:

  • der visuelle Lerntyp: er lernt am besten anhand geschriebener Texte
  • der auditive Lerntyp: er lernt mit Hörtexten am besten
  • der kinästhetische Lerntyp: bei ihm ist es ganz wichtig, sich beim Lernen zu bewegen, haptische Erfahrungen zu machen, auszuprobieren
  • der literarische Lerntyp: dieser lernt durch das eigenständige Schreiben und nachfolgende Lesen

Ich bin der literarische Lerntyp (was mir in der Uni durchaus zu Gute kam – in der Schule jedoch gar nicht). Mittlerweile habe ich aber festgestellt, dass ich mir z.B. beim Herumgehen im Haus und dem lauten Vorsagen die Wörter sehr viel besser merken kann. Das entspricht also dem kinästhetischen Lerntyp. Wie immer ist es nie ‚schwarz-weiß‘, sondern ein Zusammenspiel aller Faktoren. Was aber auf jeden Fall wichtig ist: Sei Dir klar darüber, wie DU am liebsten und besten lernst. Denn dann kannst Du die Infos nicht nur schneller aufnehmen, sondern Dir das Gelernte langfristig auch besser merken! 

Tipp 3: Was solltest Du in diesen 15 Minuten lernen?

Wenn Du der visuelle Typ bist, dann lies zum Beispiel einen der beliebten Sprachkalender. Vorderseite italienisch, Rückseite deutsch. Lese Dir den Text laut vor und schreibe die Wörter auf, die DU für wichtig hältst, die DIR etwas bringen. Kreiere Dein ganz eigenes Italienisch-Heft, nicht irgendein 0815 Vokabelheft, sondern kaufe Dir ein schönes Notizbuch, bei dem Dein Herz jedes Mal höher schlägt, wenn Du es öffnest.
Fängst Du bei Null an, dann könntest Du Dir zum Beispiel das Zeige-Bild Wörterbuch zulegen. Du suchst Dir DEIN Thema raus und lernst die jeweiligen Wörter. Wie Du sie aussprichst, erfährst Du mit meinem Aussprache-Leitfaden ‚Nie mehr Raditschio‘.

Bist Du der auditive Typ, dann starte mit einem italienischen Lied! Auf Youtube gibt es viele italienische Songs, oft mit Untertiteln. Ansonsten findest Du die Texte auch i.d.R. unter lyrics. So kannst Du wunderbar hören und danach die Wörter geschrieben sehen, was den Lernerfolgt nochmals erhöht.

Bist Du eher kinästhetisch veranlagt, dann hätte ich einen wichtigen Tipp für Dich: Schreibe die italienischen Bezeichnungen für die Gegenstände in Deinem Haushalt auf Post-it Zettel und klebe sie an die jeweilige Stelle. Wenn immer Du nun den Gegenstand anfasst, liest Du das Wort laut vor. Durch die Haptik (das Berühren) des Gegenstands und gleichzeitig das Lesen und Wiederholen des Namens wirst Du ihn Dir sicher sehr viel besser merken können.

Das führt mich zu

Tipp 4: Lerne mit Wort-Bildern

Es gibt verschiedene mnemotechnische Lernstrategien. Um hier nur zwei der wichtigsten zu nennen: Loci-Methode und Gedächtnispalast. Sie funktionieren wunderbar, doch es bedarf einer gewissen Übung. Bei der Loci-Methode stellst Du Dir den Rundgang durch einen Ort (Locus) vor, an dem Du die Dinge=Wörter ablegst. Beim Gedächtnispalast werden verschiedene Begriffe mit verschiedenen Orten verknüpft. Es entsteht tatsächlich eine Art ‚Palast‘, den Du dann gedanklich durchschreitest und an jedem Ort Deine Wörter sammelst.

Eine einfache Methode, die viel Spaß macht, ist das Kreieren von Wort-Bildern. Zum Beispiel das italienische Wort ‚luce‘ für Licht. Wie kannst Du es Dir am besten merken? Stell Dir eine Taschenlampe vor, die Licht ausstrahlt, an dem Du lutschst – und schon hast Du nicht nur das italienische Wort für Licht gelernt, sondern auch die richtige Aussprache! Oder Du willst Dir endlich das Wort ‚nozze‘ für Hochzeit merken: Dann stell Dir eine Hochzeit an der Nordsee vor: nozze.

Je mehr Phantasie Du selbst hineinbringst, umso besser kannst Du Dir die Wörter merken.

Tipp 5: Erzähle Dir (und Deinem Hund oder wem auch immer) Geschichten

Du hast in Deinen 15 Minuten neue Wörter gelernt? Dann wiederhole sie beim Spaziergang mit Deinem Hund! Kreiere eine ganz einfache Geschichte um sie herum.

Du hast zum Beispiel das Wort ‚passeggiata‘ gelesen. Perfekt! Dann könntest Du zum Beispiel sagen: Oggi faccio una bella passeggiata. La passeggiata è bella. Cosa faccio domani? Anche domani faccio una passeggiata. Cosa fanno le altre persone? Fanno una passeggiata anche loro. Fai anche tu una passeggiata? Wie Du merkst, wiederholst Du so in verschiedenen Sätzen das gelernte Wort ganz selbstverständlich.

Oder kommentiere, was immer Du gerade siehst: che bel panorama! Ci sono tante case. Purtroppo devo ritornare perché ho da lavorare.

Tipp 6: Sei kreativ

Wenn Du Deine ersten Schritte in Italienisch machst, finde einen Rhythmus, einen Singsang, um Dir zum Beispiel die Konjugation der Verben besser zu merken.

Weil meine Tochter sich damals die Personalpronomen (auf Deutsch) nicht einprägen konnte, hatte ich den Personalpronomen Rap kreiert: Ich, Du, er sie es – wir, ihr, sie – in einer Endlosschleife. Das Bild, wie wir in der Skigondel saßen und aus voller Kehle den Rap brüllten, ist unvergesslich! Heute, als Grundschullehrerin, wendet meine Tochter den Personalpronomen Rap begeistert mit ihren Schülern an! Für Italienisch schlage ich daher vor: sono, sei, è – siamo, siete, sono. Anzuwenden auf alle möglichen Reihen: Zahlen, Pronomen, Konjugation der Verben …

Natürlich kannst Du diese Art des Einprägens auch auf jedem anderen Niveau machen. Du willst Dir den congiuntivo imperfetto von avere besser merken? Dann finde DEINEN Rhythmus und los geht‘s:  avessi, avessi, avesse – avessimo, aveste, avessero!

Tipp 7: Sprich Italienisch – wann und wo immer es geht

Du hast ein italienisches Lokal in Deinem Heimatort? Perfekt: bestelle grundsätzlich nur auf Italienisch!

Du hörst italienische Touristen in der S-Bahn? Begrüße sie und sag, dass Du Italienisch lernst und die Sprache liebst. Sie werden begeistert sein!

Du hast in Italien ein nettes Ehepaar kennengelernt, ihr habt Adressen ausgetauscht, aber Du hast Dich bislang nicht getraut sie zu kontaktieren? Schreib ihnen. Sie werden sich freuen!

Du liebst italienische Filme? Schau im Kinoprogramm nach und gehe zur nächsten Vorstellung. Sprich danach die anderen Besucher auf Italienisch an!

Du bist auf Facebook? Schau unter dem Stichwort ‚Italienische Veranstaltungen‘ (und Deinem Wohnort) nach, wo zum Beispiel ein italienischsprachiger Stammtisch stattfindet und gehe hin!
Und bitte: Lasse Dich nicht irritieren, wenn Dir jemand auf Deutsch antwortet (besonders oft passiert das am Gardasee …). Sondern erkläre, dass Du Italienisch lernst und es gerne üben möchtest. 

Abschließend – und das ist eigentlich der wichtigste Tipp, also

Tipp 7 + 1: Lasse Fehler zu

Im Italienischen gibt es das schöne Sprichwort: Solo sbagliando s’impara (nur durch Fehler lernt man).
Gestehe Dir zu, dass Du Fehler machst! Schritt für Schritt wirst Du immer besser werden.

Jede Fremdsprache ist der Schlüssel zur Kommunikation mit den Bewohnern vor Ort. Italienisch ist nicht nur Dein Türöffner – Italienisch öffnet auch die Herzen!

In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Spaß beim Lernen und ANWENDEN!

Solltest Du Fragen haben oder zum Beispiel einmal Italienisch in Italien lernen wollen, dann freue ich mich sehr, wenn ich Dich auf einer meiner Sprachreisen begrüßen darf. Die Infos dazu findest Du hier!

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